Regelkunde

Rollstuhlbasketball weist eine Vielzahl von Parallelen zum so genannten Fußgängerbasketball auf in einigen Punkten wird den Besonderheiten dieser Sportart entsprechend auch im Regelwerk Rechnung getragen.

Die 3-Sekundenregel gilt beim Rollstuhlbasketball entsprechend, die angreifenden Spieler dürfen nicht länger als drei Sekunden in der gegnerischen Zone bleiben, es sei denn, dass der Spieler in einer Wurfbewegung ist oder durch eine gegnerische Behinderung nicht aus der Zone fahren kann.

Der Schrittfehler beim Fußgängerbasketball findet sein Gegenstück im so genannten Schubfehler. Zieht ein Spieler nach erreichter Ballkontrolle mehr als zweimal am Greifring ohne zu dribbeln, dann gilt dies als Schubfehler.

Die Spieler dürfen während des Spiels die Spielfläche nicht mit den Füßen berühren oder aus dem Rollstuhl aufstehen. Zwei Räder müssen ständigen Bodenkontakt haben.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Fußgänger- und Rollstuhlbasketball liegt in der Klassifizierung der Spieler/innen.

Die Klassifizierung der Spieler schafft einen Ausgleich zwischen den unterschiedlich starken Behinderungen bzw. dem Geschlecht der Sportlerinnen und Sportler.

Unterschieden wird hierbei nach dem Behinderungsgrad. Die Klassifizierung richtet sich nach der Fähigkeit verschiedene Bewegungen ausführen zu können. Die niedrigste Punktzahl und damit höchste Behinderungsstufe stellt die Bewertung mit 1,0 Punkten dar, gänzlich unbehinderte bzw. minimal behinderte Spieler werden mit der höchsten Punktzahl 4,5 klassifiziert. Die Unterteilung zwischen den einzelnen Behinderungsgraden erfolgt in Schritten à 0,5 Punkte. In gemischten Mannschaften erhalten Frauen zusätzlich zu ihrer Bewertung einen generellen „Bonus“ von 1,5 Punkten, so dass eine Spielerin mit der Klassifizierung 1,0 Punkte eine negative Punktzahl (- 0,5 Punkte) erreicht. Darüber hinaus gibt es noch einen Jugendbonus in Höhe von 1,0 Punkten, so dass jugendliche Spieler/innen eine Gesamtpunktzahl von null Punkten erreichen können.

Am Beispiel der geringsten und höchsten Klassifizierung lässt sich das komplexe Bewertungssystem anschaulich erläutern.

1-Punkte-Spieler können die Beine nicht bewegen und nur geringe oder gar keine Rumpfkontrolle ausüben. Die Sitzbalance ist sowohl vorwärts als auch seitwärts deutlich behindert und sie benutzen die Arme, um in eine aufrechte Position zurückzukehren, wenn sie die Balance verloren haben.

4,5-Punkte-Spieler sind die am wenigsten Behinderten auf dem Spielfeld, bzw. nicht behindert. Gewöhnlich besitzen sie nur geringe Einschränkungen an den Beinen oder eine einseitige Unterschenkel-Amputation. Ihnen sind normale Rumpfbewegungen in alle Richtungen möglich und sie sind sehr stabil in allen Kontaktsituationen.

Die Trainer sind aufgrund der unterschiedlichen Klassifizierungen ihrer Spieler/innen während der gesamten Spieldauer gefordert, da die Gesamtsumme der Klassifizierungspunkte der Spieler/innen, die sich auf dem Spielfeld befinden, im Ligaspielbetrieb 14,5 Punkte nicht überschreiten darf.